Nähe. Unbeschreiblich große Nähe

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Wenn ich dem Versuch nachkomme mir eine Zigarette anzuzünden zittern meine Finger. Ich kann es weder kontrollieren noch steuern. Es macht mir Angst. Wenn ich alleine bin, wird die Wohnung mein persönliches Laufband. Ich gehe überdreht auf und ab. Meine Beine bleiben stehen, ich schaue mich in dem Raum um. Dann stehe ich eine Weile da, versuche zu überlegen, was ich hier eigentlich wollte. Aber selbst das fällt mir schwer. Also mache ich mich auf, den nächsten Raum zu erkunden. Aber dort bleibe ich auch, unauffindbar. Und das alles nur, weil das Wörtchen ´Nähe` in meinem Kopf ist. Es klettert. Mal langsam und dann wieder ganz schnell. Und wenn es oben angekommen ist, fällt es. Und ich merke das, dass es fällt. Und das ist alles andere als schmerzfrei. Und dann muss ich noch mehr an diese `Nähe´denken. Nähe, das ist ein fabelhaftes Wort. Schon allein die Aussprache ist leicht und ausgesprochen schön. Nähe bedeutet  viel. Zweifelsohne stellen wir uns mit ihr zur Konfrontation bereit. Wir durchleben unbewusste und bewusste Nähe und lassen es zu. Lippen die aufeinander treffen und in leidenschaftliche Küsse versinken. Die haltende Hand der besten Freundin, wenn sie weinend vor dir steht und dir sagt, dass es ihr nicht gut geht. Wenn eine Schulter an der deine anliegt, der Kopf gen Himmel geneigt und versucht die Sterne zu zählen. Wenn der warme Atem des Geliebten, deinen Hals entlang wandert und dir so, eine Gänsehaut verschafft. Wir sind auf der Suche nach körperlicher Nähe und wenn wir aufgeben, wenn wir keine Kraft mehr haben, zu suchen dann fangen wir an, die Nähe zu vermissen. Dann fehlen uns die gemeinsamen Stunden. Stunden in denen man glaubte, es gäbe ein ´Uns´ und es gäbe die Welt da draußen. Man vermisst die intensiven Nächte und das Gefühl etwas ganz Besonderes gewesen zu sein. Ich habe die Nähe geliebt. Sie vermochte es, mich zu verzaubern, sie hatte das große Talent mich geborgen aber auch, sicher zu fühlen. Und sie lies mich jede Nacht in den Armen von dir einschlafen. Es tat so unsagbar gut, das Wort Nähe auf mich und dich zu projizieren. Ich war bedingungslose in deine Nähe verliebt. Und nichts, wirklich gar nichts hätte den Einfluss gehabt, sie mir zu entreißen, zu nehmen oder zu stehlen. Aber jetzt habe ich angefangen Nähe zu spüren, die mich schlecht träumen lässt, mich dazu verleitet aus der Wohnung einen Laufmarathon zu organisieren. Diese Nähe macht mich unbeschreiblich nervös und lässt mich bis in alle Spitzen meiner Finger zittern. Und das fühlt sich ganz leer und verlassen an. Denn das einzige was mir in letzter Zeit so ´nah ´ist, ist die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dir. Sie scheint so unglaublich nah bei mir, so nah, dass ich sie ergreifen könnte. So nah, dass sie direkt vor mir steht und mir angst einjagt. Weil ich nicht weiß, ob ich wieder endlose Sehnsucht nach dir verspüre oder nach der Liebe selbst.

16 liebe Kommentare ♥

» M. | 23. Juni 2011 um 17:24

wunderschön<3

» Starlight Next Door | 23. Juni 2011 um 19:13

du ..du findest worte für die dinge die in meinem herzen brennen und für die dinge für die ich versuche worte zu finden es aber nicht kann.danke <3

» Shelly | 23. Juni 2011 um 19:31

so unbeschreiblich gut, der Text, dass ich hab Gänsehaut bekommen hab! :o

» Nathy | 23. Juni 2011 um 20:03

super schön..
du beschreibst es so gut :)

» Amy | 23. Juni 2011 um 20:09

das erstaunliche ist, dass du immer in worte fast was vile nicht aussprechen. doch so wie du es erzählst, klingt es mehr nach der sehnsucht nach liebe, die wir dann allzuoft mit der sehnsucht nach der person verbinden.

» **** | 23. Juni 2011 um 20:42

so schön ..

» Hope | 23. Juni 2011 um 20:59

Ich liebe GENAU DIESEN Satz...

"Ich war bedingungslose in deine Nähe verliebt."

» DieMelancholieDesEises | 23. Juni 2011 um 21:01

Gänsehaut! <3

» Ruth ❤ | 23. Juni 2011 um 23:22

dein text ist so unglaublich wahr
und er trifft genau das, was ich auch gerade so unglaublich vermisse... und bei dem ich nicht weiß wonach ich mich überhaupt sehne
danke für den text :)

» sabine | 24. Juni 2011 um 22:19

oh gott danke :) bin den ganzen tag mit einem fetten grinsen auf dem gesicht rumgelaufen, weil ich mich so über deine lieben worte gefreut habe:)
ich bin sehr regelmäßig auf deinem blog, nur finde ich gar nicht die richtigen worte für das, was ich fühle, wenn ich deine texte lese :)
auf jeden fall weiter so & alles Liebe!

» narm | 25. Juni 2011 um 10:02

"Denn das einzige was mir in letzter Zeit so ´nah ´ist, ist die Sehnsucht. Die Sehnsucht nach dir. Sie scheint so unglaublich nah bei mir, so nah, dass ich sie ergreifen könnte. So nah, dass sie direkt vor mir steht und mir angst einjagt. Weil ich nicht weiß, ob ich wieder endlose Sehnsucht nach dir verspüre oder nach der Liebe selbst."
danke für diese worte, die mein kopf nicht aufschreieben kann!

» Jennifer | 28. Juni 2011 um 20:32

Waaas?
Hahahah jetzt nicht auf falsche Gedanken kommen, sonst kommen bald erotische Bilder :D

» Ina | 30. Juni 2011 um 18:39

so ein wahrer text!!
und diese dumme sehnsucht musste ich auch schon kennenlernen und sie begleitet mich immer unter der woche -.-

» Lina | 30. Juni 2011 um 20:00

wunderschön :)

http://lina-justagirl.blogspot.com/

» Shelly | 2. Juli 2011 um 12:37

herz! ♥

wollte dir nur Beschreid sagen. ich hab die URL und den Blogtitel geändert, falls du mich nicht wiedererkennst, vorher hieß der Blog "lass los und fühl dich frei"
aber genug geredet :D

http://jetztistdiezeit.blogspot.com/

Grüße, Shelly ♥

» Mimi | 2. Juli 2011 um 20:18

Ein paar wenige Fotos gibt es zu sehen, aber es sind einfach zu viele, um sie alle zu zeigen :D

Ich finde, du hast ein Talent für's Schreiben; ich liebe es einfach deine Texte zu lesen, weil ich ausnahmslos jedem zustimmen kann und mich darin irgendwie selbst wiederfinde.
Diese Nähe, die man dann vermisst, hat finde ich auch irgendwo etwas Heilendes - wenn man sie hat, fühlt man sich wohl und alles ist in Ordnung...

Schreib mir etwas:

 
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