Ich habe aufgehört,

Photobucket 5

aufgehört mit hohen Erwartungen den Briefkasten, wenn ich von Arbeit komme, zu überprüfen. Ob nicht eventuell doch ein Brief bei mir gelandet ist. 
Über eine Woche ist es nun her. Dass ich ihn, den Brief, auf meine größte Gefühlsreise schickte. Es kommt mir vor, wie ein Monat. Ich kann zur Zeit gar nicht beschreiben, wie wütend ich bin. Wütend und doch angebrochen. Es variiert - irgendwie. Und ich kann es weder deuten noch leugnen. Und ich habe immer noch dieses große Bedürfnisse nach IRGENDWAS. Ich weiß es einfach nicht. Ich habe das Verlangen zu ihm, in den Ort zu fahren. Und an den damit verbundenen See, nicht weit von ihm, wo wir sonst immer spazieren gegangen sind. Ich habe das Bedürfnis mich dort hinzusetzen und auf´s Wasser zu schauen. Und über mich nach zu denken. Ich habe das Bedürfnis an den Ort zu fahren, wo alles anfing. Wir trafen uns seit langer Zeit wieder, gingen spazieren, einfach so, davor hatte es geregnet und ich erzählte ihm, dass ich den Geruch von Regen auf warmen Asphalt wunderschön finde. Ich lief eine lange Steintreppe hinunter, er hielt mich am Arm fest, drehte mich zu sich und küsste mich voller Leidenschaft auf meine Lippen. Ja, Bedürfnisse, wie diese, möchte ich einfach stillen. Und ich weiß einfach nicht - WIESO -. Es ist nicht so, dass ich das im Moment zurück will. Wenn ich sage, dass ich diese Bedürfnisse zurück haben möchte, dann glaube ich, dass ich mich einfach an diesem Fleck, an all´das erinnern möchte. Ich weiß allerdings, dass das mir nicht gut tun würde und ich glaube, dass ist der Punkt, weswegen ich es noch nicht tat. Manchmal da fühle ich mich schon sehr schrecklich, weil ich das Gefühl habe, eine "Drama-Queen" zu spielen. Oder eher, dass ich eine geworden bin. Und manchmal da frage ich mich auch, was aus mir insgesamt geworden ist. Wenn man sieht, dass es alle um einen herum schaffen und man selbst wieder von null anfängt. Ja, da wächst der Neid. Und die Unverständnis für sich selbst. Manchmal sogar das Lächerliche, was sich über mir erhebt. Mich auslacht, wenn ich den Spiegel schaue und mich fragt: "Was ist nur aus dir geworden? Wo bist du hin? Und wann kommst du endlich wieder?" 
Es tut mir leid, dass ich immerzu nur jammere, ehrlich.

"Das Problem mit der Abhängigkeit ist, daß es nie gut ausgeht, denn irgendwann wird das, was uns das High-Sein beschert - egal was es ist - aufhören, uns ein gutes Gefühl zu verschaffen und anfangen weh zu tun. Es heißt, daß man die Sucht nicht loswerden kann, bevor man den absoluten Tiefpunkt erreicht hat. Aber woher weiß man, wann das ist? Denn egal wie sehr uns eine Sache auch verletzt, manchmal schmerzt es noch viel mehr, sie loszulassen." 


5 liebe Kommentare ♥

» little.ant | 3. März 2010 um 17:27

es tut mir echt leid für dich :(
den untersten abschnitt mag ich am liebsten. er ist toll geschrieben

» amy | 3. März 2010 um 17:50

Oh ja. Das ist dann wohl das Schlimmste, was einem passieren kann...

» Nine | 3. März 2010 um 18:04

Ja da hast du Recht, eigentlich habe ich es mir verdient. Wobei, also wegen Urlaub...^^ Ich habe eigentlich vor, im Sommer zu verreisen, also mit meinem Freund und unserem Sohn. Und dann steht ja auch noch mein Umzug nach Köln an und ich möchte neue Möbel usw. Grrr.... Und deswegen plagt mich ständig dieses schlechte Gewissen, wenn ich mir was kaufe.

Und übrigens war es nicht der Kofferraum, den ich zerkratzt habe, sondern die ganze rechte Seite... =D

Nun zu deinem Text: Also wie es scheint, bewegt dich das Ganze immer noch sehr und mich würde nun mal interessieren, was denn überhaupt dazu geführt hat, dass nun alles so ist, wie es ist, dass ihr nicht mehr zusammen seid. Ist was schlimmes passiert? Oder einfach aus heiterem Himmel? Ich weiß nicht, ob du dies schon irgendwo erwähnt hast und wenn ja, dann tut es mir Leid, dass ich nochmal nachfrage... Und falls nein und du nicht drauf antworten möchtest, ist es natürlich auch okay! =) Ich hoffe nur für dich, dass all das bald endlich ein Ende hat, denn ich kenne dies ja selbst sehr gut von mir und ich weiß, wie schrecklich es sich anfühlt. Lass den Kopf nicht hängen! =)

Liebste Grüße! =)

» Franzi | 3. März 2010 um 19:24

Ein wunderbarer Blog!

... " und der reine Akt zu leben ist wie eine steigende Flut: zuerst scheint sich gar nichts zu verändern und dann blickt man eines Tages nach unten und sieht, wie viel Schmerz weggespült wurde. " - Jodi Picoult, beim Leben meiner Schwester

» Alice im Wunderland | 3. März 2010 um 19:56

ich könnte sowas von dir, auch wenn es irgendwie runterzieht, stundenlang lesen :)

Schreib mir etwas:

 
design by fruehlingshaft ♥