Düfte der Vergangenheit

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Manchmal liegen Düfte und Gerüche in der Luft, die dich Lebenslang begleiten. Ich habe auch solch´Düfte in meiner Erinnerung. Und dann und wann kommen sie zum Vorschein. So zum Beispiel erinnert mich der Geruch von der Bruno Banini Bodylotion an mein - erstes Mal-, nicht zu fassen. Aber ich trage diese Erinnerung nun schon so lange mit mir herum. Kokkusduft erinnert mich an mein erstes Parfüm was ich trug. Der abendliche Duft, wenn die Sonne die Erde berührt, erinnert mich an warme, Weinabende mit meinen Mädels... Über all, diese Düfte. Voll von Erinnerungen. 

Ich bin nun nach draußen geflüchtet. Weil ich den Duft, der in unserem Haus herumschwirrt  nicht riechen kann. Es weckt Gedanken und irgendwelche Gefühle in der Herzgegend, die ich nicht wirklich deuten kann. Geschweige denn haben  mag. Es erinnert mich an die Zeit vor genau einem Jahr. Es war so warm. Nur in unserem Haus war es kühl. Es war die Zeit in der ich mein Abi schrieb. Ich hatte viel freie Zeit. Bin spät aufgestanden. Habe meinen Alltag ruhig angehen lassen. Gelernt. Und habe dann spät am Nachmittag meine Skype-Kamera angeschmissen. Weil ich wusste, dass Er von Arbeit kam. Er war damals in Stuttgart. Fünf Stunden von mir und meinem Herzen entfernt. Diese fünf Tage in der Woche waren schrecklich ohne ihn. Ich saß oft vor meinem PC. Mein Kopf verweilte auf meinen Knien. Habe ihn angestarrt auf dem Bildschirm. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass er jetzt hier wäre. Ich habe ihm oft gesagt, dass ich ihn vermisse. Wir haben dann zusammen immer Fernsehen geschaut. Über Skype. Haben zusammen gelacht über Gretchen von Doctor´s Diary. Wenigstens hatte ich ein klein wenig das Gefühl, dass er ganz in meiner Nähe wäre. Samstags bin ich dann immer ganz früh aufgestanden. Vernahm diesen kühlen Duft in unserem Haus und dann stand er in der Tür. Ich war das glücklichste Mädchen meiner Zeit. Montags fuhr er dann wieder. Früh um sieben. Ich trottete mit den Tränen in den Augen auf die Straße. In Shorts und Top. Er im Anzug und Krawatte, dass er gleich von der Autobahn auf seine Arbeitsstelle fuhren konnte. Welch´ungleiches Paar. Wir verabschiedeten uns dann, für weitere fünf Tage, mit Skype und Doctors Diary. Ich habe immer noch den Geruch im Kopf von seinem Waschmittel, wenn er mich in seinem Anzugsoutfit umarmte. 
Ich werde bald zwanzig. Das macht mich ganz traurig. Einen Tag vor meinem 19-ten Geburstag bin ich mit meinen Hunden spazieren gegangen.Es war mitten in der Woche, ein Donnerstag. Es war spät.Er war in Stuttgart. Die Luft war stickig und der Asphalt war heiß. Ich bog in unsere Straße ein. Und sah sein Auto. Er hatte sich für mich frei genommen. Er feierte mit mir in meinen Geburtstag hinein. Wir saßen oft bei seiner Familie abends, bei solchen Temperaturen draußen. Weltzufriedend. In einem wunderschönen Garten. Bis spät in die Nacht. Ich war so glücklich. Konnte nicht aufhören ihn mit seiner perfekten Schönheit anzustarren. Ich musste dauernd Schlucken und Grinsen, weil ich mein Glück einfach nicht fassen konnte.
Diese warmen Sommerabende erinnern mich an diese Tage. Der Sommer der jetzt angebrochen ist, wird einer der schwersten für mein Herz. Seit es angefangen hat warm zu sein, bin ich nur am erinnern. Ich möchte das gar nicht. Aber mein Kopf und meine Gedanken, wollen nicht ruhen. Ich verkrieche mich an Orten, an denen ich letztes Jahr nicht war. Mit Absicht. Deswegen meine Flucht nach draußen. Meine Beine auf unserem Tisch. Der Mac auf meinen Beinen. Musik hörend. Das habe ich letztes Jahr nicht ein einziges Mal getan. Hoffnungsvoll, dachte ich, dass ich damit keine Erinnerungen hege. Aber dieser Duft, diese Gerüche, sie liegen eben immer noch in der Luft. Weht mir durch meine Haare. Um mein Gesicht. Lässt mich mit stechenden Herzen alleine stehen. 
ER liegt noch ganz oft in meiner Luft.


5 liebe Kommentare ♥

» Lilies | 10. Juni 2010 um 17:41

Schöner Blog!

» Taya | 10. Juni 2010 um 19:18

Du schreibst wirklich wunderschön <3

» Aura | 10. Juni 2010 um 20:48

Du findest so wunderbare Worte. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass neue Düfte kommen mögen und neue Erinnerungen.

» Aura | 10. Juni 2010 um 22:00

Und wie immer sag ich dir nichts zu danken, dafür danke ich dir im Gegenzug für das Voten und natürlich für das auflisten in der Sidebar :)
Ich drück dir auf jeden Fall alle Daumen und werd dir weiterhin versuchen virtuell Mut zuzusprechen wenns nötig ist :)

» Mondmaedchen | 11. Juni 2010 um 17:43

Ich habe deine Blog durch Zufall entdeckt, habe angefange zu lesen, von ganz vorne. Und die Art wie du schreibst, sie hat mich gefesselt. Ich habe mich gefesselt in deinen Texten gefühlt. Und von Anfang an habe ich gehofft, das genau bei diesem Blogeintrag alles einigermaßen gut ist bei dir. Obwohl du mir so gut wie fremd bist. Ich wünsche dir wirklich, das du den richtigen Weg findest und glücklich bist. Und das du die schönen Seiten im Leben siehst.
Du berührst mich mit deinen Worten, mit deiner Art wie du schreibst.
Ich schick dir viele viele, liebe (vorallem liebe!) Grüße

Mondmädchen

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