Erinnerungsverliebt.

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Taub. Taubheit im Kopf. Taubheit im Herzen. Ich liege überladen mit meinen Gedanken auf dem Bett. Lasse mich einhüllen in das Gefühl, welches ich nicht einmal richtig deuten kann. Wut. Enttäuschung. Einsamkeit. Der Wunsch nach mehr. Der Wunsch irgendwas zu sein. Irgendwer zu sein, für dich. Irgendwie von gleich auf jetzt so schön perfekt. Ich suche immer noch so viele Fehler bei mir. Was wäre wenn?! Habe ich dir nicht genügend Liebe entgegen gebracht? Habe ich dich gelangweilt. Hast du dich nicht wohl bei mir gefühlt? Hattest du nie, dieses Kribbeln im Bauch? Wenn du manchmal schlafen gehst, ist dein Blick auch gen Decke gewandt, dich fragend, wie es mir wohl geht. Schwebe auch ich manchmal in deinen Gedanken, wenigstens ein kleines bisschen? Und schaust du dir auch manchmal heimlich mein Profil an, nur um zu sehen, dass ich noch existiere? Ich tu´s! Ich gehe niemals auf deine Seite. Nie. Ich habe Angst, dass du doch irgendwie siehst, dass ich dich zuletzt besucht habe. Aber ich gebe deinen Namen behutsam ein, jeden Buchstaben sorgsam und mit Bedacht. Ich schaue mir dein neues Profilbild an,  und sehe, du lebst noch. Du existierst. Du bist da. Einfach nur Du. Du hast nicht aufgehört, zu sein. Nur um mich zu vergewissern. Nur um mich dann doch wieder innerlich selbst zu quälen. Nur um überladen auf meinem Bett zu liegen. In Embryonal-Stellung die Augen geschlossen, in der Hand eine Eintrittskarte vom Jahr 2009. Europapark. Eine Eintrittskarte, die mir wirklich wieder einen Eintritt in meine Gedanken verschaffte, die ich tief in mir drin fand, ungewollt. Irgendwo zwischen der Verdrängung und der Liebe nach der Erinnerung, die dieser Tag mit sich brachte. Ich bekam diesen Ausflug geschenkt, von meiner Herzensfreundin. Wir sind lange gefahren, sehr lange, von uns aus fast neun endlos´lange Stunden. Diese Fahrt war lange geplant und wir wollten mit ihren Eltern noch in der gleichen Nacht zurück fahren. Anstrengend - aber machbar. Ich wollte umbedingt, noch in der Nacht wieder nach Hause. Du hattest dich für´s Wochenende angemeldet. Und wir sahen uns doch nur schon an diesen zwei Tagen. Ich musste einfach nach Hause. Der Tag war schön, aber meine Sehnsucht nach dir, war um so vieles größer. Ich schrieb dir, als wir pünktlich den Freizeitpark verließen, dass ich dich auf dem laufenden halten würde, wann wir ungefähr wieder in unserem Bundesland eintreffen würden. Meine Eltern waren über das Wochenende nicht da, also wolltest du draußen warten. Vor unserem Haus. Es wurde Abend, die Lichter beschienen die Autobahn, und der Weg zu dir, schien noch endlos weit. Die Zeit verging einfach nicht. Es wurde Nacht und ein Stau bahnte sich zu uns. Es wurde später und später. Mein Herz blutete, weil ich wusste, dass du auf mich warten würdest. Ich schrieb dir, dass ich nicht weiß, wie lange die Reise noch dauern würde, ich schrieb dir, dass du lieber den Weg nach Hauste antreten solltest. Aber es kam die ganze Nacht nie irgendetwas von dir zurück. Und ich saß so machtlos in diesem Auto. Der Zeiger meiner Uhr blieb auf 03.53  stehen, als ich erschöpft und voll von Traurigkeit auf dem Gehweg stand. Der Schlüssel steckte schon in der Tür, als ich dein Auto bemerkte. Es stand schon die ganze Zeit. Ich näherte mich in der wunderschönen Morgendämmerung. Dein Antlitz  lag auf dem Fahrersitz. Die Arme verschränkt. Dein Kinn eingekuschelt in deinen Pullover, den ich so liebte. Du hattest geschlafen. Es rührte mich zutiefst, dich hier zu sehen. Ich klopfte sacht gegen die Scheibe, es dauerte lange bis ich dich erweckte. Meine Klopfer gegen die Scheibe waren leise. Keinesfalls wollte ich dich erschrecken. Irgendwann hast du mich dann wahrgenommen, langsam die Autotür aufgestoßen und mich an dich gezogen, so dass wir halb in deinem Auto lagen. Deine Küssen trafen auf meinen ausgelaugten Körper, vom Tag. Deine Küsse gaben mir in jener Nacht das Gefühl, mich zu beleben. Es war so seltsam. Es war so schön. Allein diese Vorstellung, wie ich später erfuhr, dass du sechs Stunden, allein in einem viel zu kalten Auto auf mich gewartet hattest, lässt dieses rote Etwas in meinem Brustkorb pulsieren. Ich habe dich dafür so sehr geliebt. Unwissend zu sehen, dass derjenige nicht von dir geht, nicht von dir weicht, egal wie lange er auf dich warten muss, ist ein Gefühl welches ich so gerne wieder spüren würde. Später lagen wir dann beide völlig erschöpft in meinem Bett. Du wolltest immer noch so höflich und liebevoll sein;
"Wie war dein Tag, wie war es dort?" 
"Später." 
Ich küsste dich sanft auf deine kalte Nase. Egal, wie der Tag verlaufen wäre, du hättest ihn damit gerettet. Ich legte meinen Arm auf deine Brust. Presste mich an deinen Körper und schlief. Verstehst du jetzt, warum ich dich so geliebt habe? Heute bleiben mir nur noch diese Erinnerungen, so dass ich keine Liebe für einen Menschen empfinde. Ich bin nur Erinnerungsverliebt. Das blieb. Leider.  

9 liebe Kommentare ♥

Anonym | 18. November 2010 um 01:02

Hallo Goldstück :-) Ich habe erst gestern deinen Blog entdeckt aber trotzdem alle deine Einträge gelesen. Ich fühle total mit dir und weiß wie du dich fühlst. Weißt du, auch wenn du glaubst dass du nie wieder so eine schöne Zeit wie mit IHM haben wirst. Das stimmt so nicht. Du wirst immer neue und schönere Seiten an der Liebe entdecken. Und du hast noch so viel Gefühle in dir, die an ihm gebunden sind und verschwendet werden. Wenn es doch irgendwo da draußen jemanden gibt, der sie mehr verdient hat und zwar aus den einfachen Grund, dass du es verdient hast wieder lächeln zu können. Wieder lieben zu können. Nicht so wie beim ersten Mal, weil jedes Mal anders ist, aber dennoch immer
noch schön und atemberaubend wie Liebe nun mal ist. Ich wünsche dir alles Gute der Welt und dass du bald nach vorne blicken kannst, aber mit einem lächeln und keine Tränen in den Augen.. Alles Alles Liebe Süße und lass den Kopf nicht hängen. :-)

» missisippi | 18. November 2010 um 13:49

Wow.
Irgendwie fällt mir grad nich mehr dazu ein.
Sechs Stunden hat er in der Kälte auf dich gewartet.. Das ist echt so superlieb..
Seid froh darüber, dass du sowas erleben dürftest! Auch wenn es vorbei ist, die Erinnerungen bleiben & auch wenn sie wehtun.. irgendwann werden es schöne Erinnerungen sein! :) Ganz bestimmt! Natürlich wirst du immer einen Stich im Herzen spüren, wenn du an so schöne Momente denkst, die es nun einfach nicht mehr gibt.. Aber ich glaube Du kannst wirklich stolz sein sowas überhaupt erlebt zu haben! Und du wirst es wiedererleben .. Irgendwann, irgendwo, mit irgendwem! :) Da bin ich mir so ziemlich sicher! :)
liebste Grüße & fühl dich gedrückt♥

» Anna | 18. November 2010 um 13:57

erinnerungsverliebt, das kenne ich. zu gut.

» Tomiii | 18. November 2010 um 19:17

Mehr Leser fpr dich :)

Ich habe dein Kommentar veröffentlicht. Zumindest einen Teil musste ich rebloggen. Weil er so toll war. Dafpr danke ich dir nochmals persönlich. Danke!

Wie süß du sein kannst.

<3

» Ina | 19. November 2010 um 21:20

wow den blog ist soooo wundervoll!!!
ich liebe dene texte
ganz ganz viel mehr davon bitte!!

» Sabrina | 22. November 2010 um 11:07

du schreibst wirklich klasse! ;)

--> bei mir läuft zurzeit ein gewinnspiel, würd mich freuen wenn du mal vorbeischaust♥ :)

larivergoddess.blogspot.com

» Rachel | 25. November 2010 um 13:28

Das hört sich eh wunderschön und unendlich schmerzhaft an.Dazu muss ich sagen das gefühl den drang und so so schrecklich ist ich find es wunderschön deine texte zu lesen weil man so mit fühlt und man es auf eine gewisse weiße aber auch auf eine andere kennt.
Liebe grüße

» Aleks | 28. Dezember 2010 um 03:18

Ich liebe deine schreibart deine gefühle die du damit offenbarst du bist ebenso ein mensch mit herz wie ich und das spricht mich sehr an ich liebe es deine blogs zu lesen auch wenn sie nicht schön und traurig sind ich kann mir denken was du durchmachst seit 5 jahren leide ich schon wegen "Männer"...ich wünsche dir alles gute und hoffe das du bald die Liebe bekommst die du verdienst :)

lg aleks

Anonym | 5. Mai 2011 um 18:21

Du schreibst wirklich sehr schön und findest irgendwie immer die perfektesten Worte!
Ich kenn das alles und kann dich auch verstehen. Du sprichst mir sozusagen aus der Seele.
Irgendwann, wirst du dafür fett belohnt :)

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