Das bin nicht ich. Das bist du. In voller Schönheit.

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Deine Worte in meinen Erinnerungen. Wenn ich nicht mehr an dich denken würde, würde ich lügen. Mich selbst belügen und jenes was ich damit in Verbindung bringe. Schallplattenförmige Gedanken. Umkreisend. Einstichlöcher ziehen Rillen in die verbliebenen Herztöne. Und wenn Träume fern bleiben würden, so wäre vieles einfacher. Vieles ist schon besser geworden. Tränen bleiben aus. Krampfartiges Vergessen wurde dafür eingeleitet. Aber ich würde lügen und betrügen. Aber manchmal funktioniert es eben auch. Wenn die Nacht nicht wäre, die mich manchmal einfängt, wie frühmorgendlicher Nebel. Umschlingend, kalt und feucht. Und dann sitze ich mit dir dort. Auf dieser Terrasse, ganz kitschig. Deine Hand in meiner. Mein Kopf auf deiner Schulter. 
Deine Schwester beschloss zu heiraten. Sie war jung, nur zwei Jahre älter als ich. Aber umso vieles schöner, reifer. Sie war eine bildhübsche Frau. Ihr Mann an der Seite, ein kleiner Klavierspieler, in Form eines Sohnes. Eine perfekte Familie. Und sie wollten es feiern. Wir waren noch nicht all´zu lange zusammen. Ich war geschmeichelt, als du mir eine Einladung in die Hand drücktest. Ich fühlte mich regelrecht peinlich berührt. Ich mochte keine großen Familienaufläufe. Und eine Hochzeit wäre ein Auflauf in der vierundzwanzigsten Quadratform. ´Oh Gott´ murmelte ich in mich hinein.´Was ist daran bitte so Oh Gott´ waren deine Worte, die regelrecht beleidigend klangen. Du hast es nicht verstanden, dass ich Angst hatte mich vor allen zu "präsentieren". Ich war die Freundin des Bruders. Aber ich riss mich zusammen. An einem lauen Sommernachmittag standest du dann plötzlich auf dem Parkplatz von meiner ehemaligen Arbeitsstelle. ´Wir fahren jetzt nach Leipzig, dir ein Kleid kaufen. Ich möchte, dass du dich schön fühlst. Wenn du dich schon so nicht wohl fühlen wirst ´ Und das taten wir dann auch. Unsere Hände waren aneinander geschlungen. Perfekt füreinander geschaffen. Deine Hand in meiner. Ein kurzer Zwischenstopp bei Starbucks. Ein Lächeln über unsere Lippen. Über unsere Herzen. Kopfsteinpflaster, welches unsere Liebe ertragen musste. Große Liebesszenen in den verschieden Umkleidekabinen. Und das perfekte Kleid. Du die passende Krawatte. Es war wie diese Szene bei dem neuen Harry Potter Film. Wo Harry Ginny den Reißverschluss zu machen sollte. Genauso so. Ich legte meine Haare zur Seite. Fragte nach deiner Hilfe. Deine Hände glitten über auf meine Schultern. Ich erlitt eine Gänsehaut. ´Du siehst wunderschön aus´ hauchtest du mir ins Ohr. Und zum ersten Mal empfand ich das Gleiche. Ich erblickte mich im Spiegel. Drehte und wendete mich. Du standest hinter mir. Ich hielt inne und beobachtete den Blick der sich auf dir niedergelegt hatte. Zufriedenheit. Stolz. Liebe. Ich schlang Gefühle und Arme um deinen Hals. Es gab eine Zeit da warst du das perfekte Gefühl. Und das war einer von diesen Momenten. 
Ich wurde vorgestellt und stellte mich selber vor. Alle waren freundlich und aufgeschlossen. Ich wurde akzeptiert. Ich stand im Standesamt auf. Ich saß so nah am Brautpaar, an dieser endlos langen und angsteinflössenden Tafel. Ich sollte mit auf die Familienbilder für das Fotoalbum. Für die Erinnerung, versteht sich. Ich tanzte mit deinem Opa, der dauernd Tränen in den Augen hatte, weil seine Enkelin ´heute´geheiratet hatte. Ich trank mit Freunden von deiner Schwester ein wenig zu viel. Aber ich ernüchterte mich wieder selbst. Meine Füße brannten höllisch. Und irgendwann saß ich dann auf dieser Terrasse. Zog meine hohen Schuhe aus. Genoss das schmerznachlassende Gefühl. Genoss diese fremden Stimmen um mich herum. Die lauen Temperaturen auf meiner Haut. Und die letzten Sonnenstrahlen. Du hast dich irgendwann neben mich gesetzt. ´Hier´... `Ich hatte heute schon so viel Sekt´ ...´Auf uns´ hast du gesagt. Abgrundtiefe Erinnerungen rollen hinunter. Deine rechte Hand hast du behutsam in meine gelegt. Deine Finger spielten mit meinen. Dein linker Arm umschloss meine Schulter. Und du drücktest mich an dich. Mein Kopf lag erschöpft an dir. ´War es so schlimm? ´  ´Nein, es war sogar recht schön.´ ´Gut, denn irgendwann sind wir an der Reihe´. Mein Kopf richtete sich langsam auf und ich sah in deine tiefbraunen Augen. Pure Ehrlichkeit. Ich verfolgte deine Gedanken, du konntest meine lesen. `Ich will das irgendwann auch mit dir. Das hier. Heiraten. Genauso schön. Vielleicht noch schöner. Ich will dich immer bei mir haben. Um mich haben. Dich ganz. Ich will dich nicht teilen müssen. Nicht wenn ich dir alles geben kann, was du dir wünscht.´ ... ´So so´  ´Zu kitschig?´ hast du mich gefragt, als ich nichts weiter antworten konnte. Ich wollte nie heiraten. Nie. Und nun auch nicht mehr. Aber an diesem Abend. Hätte ich dir sofort beim Standesamt ein JA zugeraunt. Ich hätte mich dir versprochen. Dir und niemanden anderen. Und manchmal, wenn alles so vor sich hin erinnert, dann habe ich mich dir versprochen. Damals als die Sonne die Parkbank und uns küsste. Und ich dich, weil ich liebte. 

31 liebe Kommentare ♥

» Hannah | 30. Januar 2011 um 15:35

zauberhaft. ich war beim lesen gebannt... was du in worte verpackst kann man kaum beschreiben. wirklich gut!

» Away | 30. Januar 2011 um 15:59

wunder-wunderbar ich kann mich hannah nur anschließen. Ich glaube, ich muss gleich heulen!

» redones | 30. Januar 2011 um 16:51

wirklich toll. ich warte immer auf deine worte, denn sie sprechen die wahrheit aus.

Anonym | 30. Januar 2011 um 18:01

man man man kleene wie verbringst du deine Sonntage grins

» Dawn | 30. Januar 2011 um 18:49

Erinnerungen, besonders solche, sind irgendwie die schmerzhaftesten, die einen nie verlassen und auf ewig wiederkommen. Aber ich glaube fest daran, dass man irgendwann.. irgendwann zurücksehen kann ohne dabei Schmerz zu empfinden, sondern stattdessen Lächeln wird.

» herself | 30. Januar 2011 um 18:52

das denk ich nicht. :) ganz ehrlich? deine kommentare tun richtig gut. ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. aber ich freue mich immer wieder etwas von dir zu lesen, und du hast mir schon sehr oft weitergeholfen - danke.
und noch mal danke, es freut mich wenn du lächeln konntest. :)

oh gott, es ist wiedereinmal so wunderschön geschrieben.
ich hoffe dieser kreislauf hört bald auf. :(
ich freue mich aber trotzdem dass du den blog doch noch behalten hast.

fühl dich auch umarmt <3 lg

» nünü | 30. Januar 2011 um 19:34

Du hast eine tolle Art zu schreiben. Ich wünschte, mir läge das auch!

Leider ein trauriges Thema... *knuff*

» HARDC0REPUEPPiiEH | 30. Januar 2011 um 19:57

so zauberhaft wie du das schreibst ._.umso tragischer die gegenwart...
i.wie wie ein vergessenes märchen---

» Isabell | 30. Januar 2011 um 21:14

Gänsehaut.

» Lynnie | 30. Januar 2011 um 21:33

Ich habe dir einen Award verliehen! :)

http://thousandworldsapart.blogspot.com/

» Lynnie | 30. Januar 2011 um 21:45

Ich habe dir einen Award verliehen! :)

http://thousandworldsapart.blogspot.com/

» narm | 30. Januar 2011 um 22:27

ich glaube, dass das einer der schönsten texte ist, die ich je in meinem leben gelesen habe. ehrlich!

» Hope | 30. Januar 2011 um 22:51

Hey. Du warst ein/e Leser/in meines Blogs "Dinge die meine Welt bewegen". Mein Blog ist umgezogen. Ab sofort findest du neue alsauch alte Beiträge von mir hier:

http://letters-fromtheinside.blogspot.com/

Ich würde mich freuen, wenn du weiterhin bei mir vorbeischauen würdest!

» narm | 30. Januar 2011 um 23:02

nein, nein. lies dir deinen text durch und du wirst wissen, was ich meine! :)

» Tomiii | 31. Januar 2011 um 17:53

Lange fand ich nicht die richtiegn Worte für das alles, was hier steht. Irgendwie muss das eine große Liebe gewesen sein. Jede Liebe ist eine große. Für jeden ist das kleine Groß. Und mein Gott, deine Liebe klingt in diesem Moment so wunderschön. Ich weis nicht alles. Aber ich denke mal von deinen anderen Texten, dass sie das nicht immer war. Man fühlt sich richtig klein, wenn man bemerkt, was ihr leben durftet. Ich glaube, diese Erinnerungen werden einen noch lange Auffressen. Aber schluck sie nicht herunter. Es ist gut, dass du niederschreibst. Aber eins bleibt, die Sprachlosigkeit. Den Zauber, den du in große Momente legen kannst.

» HARDC0REPUEPPiiEH | 31. Januar 2011 um 21:01

bitte bitte süße. Es ist doch stetig geteiltes Leid was du niederschreibst... jedesmal aufs neue verkrampft mein Herz wenn ich DEINE Geschichte lese & sie mit meiner vergleiche. So gleich, so irreal....
aber verdammt, es gibt licht am Horrizont ♥
in welcher Form auch immer, du wrist es sehen.

» Lynnie | 31. Januar 2011 um 22:01

gerne gemacht ;*

» Miss Cutiepie | 31. Januar 2011 um 22:04

oh das ist so schön melancholisch, dass es mich selbst in diese erinnerungen zurückwirft, in denen man dachte, man wär für immer ein paar.
diese erinnerungen bleiben. und auch jetzt noch, nach 3 jahren fast, spüre ich einen kleinen stich im her, wenn ich an solche momente denke...
aber ich kann mich jetzt darüber mehr freuen, als dass sie mich schmerzen. denn ich bin dankbar für wundervolle erinnerungen wie diese, die mich gelehrt haben, zu schätzen, was man hat. die liebe mehr wahrzunehmen & in vollen zügen zu genießen wenn sie dich ereilt.

das wünsche ich dir auch. lass es zu einer makellosen erinnerung werden. teil deiner vergangenheit. & freu dich, dass du das erleben durftest. & strebe nach neuem :)

Anonym | 1. Februar 2011 um 00:12

deine worte sind gold, liebes.

» Mimi | 1. Februar 2011 um 14:30

Dieses "perfekte" Gefühl vermisse ich auch sehr. Man ist zwar hin und wieder wenn es hoch kommt für einen Moment glücklich, aber dieses Perfekte ist es nie wieder.

Aber anderes Thema: Du kannst dich wirklich auf das Konzert freuen. Ich beneide dich fast, dass du es noch vor dir hast ;) Würde jeder Zeit nochmal gehen! Ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß!

» nünü | 1. Februar 2011 um 15:32

Nur der eine kann es schöner verpacken und der andre nich ^^
Aber Spaß macht das Bloggen trotzdem ^^ Is ja kein Wettbewerb (für mich zumindest). Liebe Grüße

» Mond | 2. Februar 2011 um 13:41

wunder wunderbar :)
gefällt mir gut.

ps: wir haben nen neuen blog vl hast du ja mal lust zu kommen. wir sind *polarstern und mond* in love :)

» Amy | 2. Februar 2011 um 16:22

gefällt mir sehr (:
dankeschön :*

» Maya Sue | 3. Februar 2011 um 14:44

oh. wow, dankeschön ;*
ich hoffe, es geht dir gut.

» Dawn | 3. Februar 2011 um 15:27

Du brauchst dich bei mir nicht zu bedanken. Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, dass sowas leider nicht mehr selbstverständlich ist, aber fass es bitte trotzdem so auf. Es war meine gute Tat für diesen Tag. Du hast mich ebenso zum Lächeln gebracht und auch irgendwie glücklich. Dafür möcht ich dir danken!
Und vergiss niemals: Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die aller stärksten Charaktere sind mit Narben übersät.

» Rabenflug | 3. Februar 2011 um 15:40

tränen augen hab

» elli | 3. Februar 2011 um 19:47

ich kann das kompliment nur zurückgeben. ♥

» Rabenflug | 4. Februar 2011 um 11:23

manchmal sind es einfach nur dunkle farben, schwere zeiten waren es deswegen ist das herz mit schwertern und stacheldraht versehen, meist mal ich gedanken und bilder, meine mama meint blumen wären das was ältere leute sehen wollen also mal ich auch blumen ;)

» noreen | 4. Februar 2011 um 18:28

schön.

» shumpei | 30. März 2011 um 12:13

So cute!! Nice pics!!
http://aurora-works.blogspot.com/

Anonym | 9. Juni 2011 um 07:45

Deine Postings hauen mich immer wieder um, seit ich deinen Blog für mich entdeckt habe. Deine Ehrlichkeit und Offenheit berührt mich unheimlich und selbst, wenn ich nciht du bin, und das hier nicht erlebt habe, so weiß ich doch, wie es sich anfühlt.

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