Du hast vergessen mich zu retten

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Heute zeigt mir mein Kalender den ersten Tag des Monats Mai an. Das ist ein Datum, was für mich Geschichte schrieb. Für mich persönlich. Ich verbrachte die Osterfeiertage bei meiner Familie und bei meinen wunderbaren Freunden. ♥ Fünf Tage die ich sehr brauchte. Und bis in jede Spitze des Glücks genoss. Es ist so schön, dieses Gefühl gebraucht und geliebt zu werden. Ich war auf einer Wahnsinns Geburtstagsparty, ich lag im Garten und tat nichts, ich kaufte Zigaretten und guten Wein und verbrachte die Nacht draussen. Und! Ich traf seinen Onkel. Schon das zweite Mal in nur kurzer Zeit. Mit seiner Freundin, oder vielleicht auch schon Frau? Das erste Zusammentreffen nahm ich bewusst wahr. So richtig mit ´Das Gesicht kennst du doch ´ ..Einer kurzen Überlegung.. ´Oh Gott, das ist... ´. Ich weiß noch, dass ich mit Absicht nicht ´hallo´sagte. Ich nickte auch nicht. Ich tat so, als ob ich nicht erkannte, wer drei Meter neben mir im Café saß. Sie hingegen starrten mich an. Die Freundin machte ihren Gatten auf mich aufmerksam, er musterte mich. Lächelte kurz und nickte seiner Geliebten zu. So alá `Ja, das ist sie´ Ich stand da, mit hoch rotem Kopf. Und wartete auf den blöden Oreo-Shake, verfluchte mich, und die ganze Welt. Mein Herz riss sich währenddessen aus meinem T-Shirt. Mir wurde sofort kalt und heiß, und die Übelkeit überkam mich. Alles gleichzeitig. Ich zahlte in Windeseile, gab der Verkäuferin in meiner Aufregung sieben Euro und hörte mich noch ´stimmt so ´sagen. Am liebsten wäre ich den langen Gang entlang gerannt. Einfach nur weg. Die Tür mit ´Ausgang`erschien in so weiter Ferne und meine kontrollierten Schritte wurden immer wackliger. Bis ich anfing zu rennen. Das Gefühl zu ersticken, breitete sich in meinen Lungen aus. Ich holte erst wieder Luft als die Tür einige Meter hinter mir lag und ich mich in Sicherheit wog. Meine Hände zitterten, und legten den viel zu viel bezahlten Oreoshake im nächsten Mülleimer nieder. Ich lies die Szene kurz Revue passieren, überlegte, ob ich ihn selbst gesehen hatte. Nach vier oder fünf Zigaretten in meinem sicheren Versteck, suchte ich mir eine andere Einkaufspassage und betrat diese, an diesem Tag nicht mehr. 
Bei dem zweiten unfreiwilligen Wiedersehen stand ich nach Kaffee an. Ich verbrachte den Nachmittag mit meinen Freundinnen am Strand, wir entschieden uns für einen Zwischenstopp. Ich glaube sie sind der Grund, weshalb ich bei diesem Zusammenprall so ruhig geblieben bin. Ich lauschte der Verkäuferin, wie sie mit dem Kunden vor mir, über fehlendes Geld redete, wie zwei Männer hinter mir über ihre Freundinnen philosophierten. Ich musste über die Männerlogik schmunzeln, drehte mich um. Nichts ahnend, sagte mir ein hübsches Gesicht, mit Lächeln auf den Lippen ´hallo´. Ich erwiderte auch ´hallo´ und widmete mich schnurstracks meiner Bestellung. Ich brauchte nur Millisekunden um zu erkennen, wer sie war und wer mir ein Lächeln geschenkt hatte. Ich mied´ ihren Blick und spürte ihn denn noch so konsequent auf mir ruhen. Ich schaute zu Boden, versuchte die Geh-weg-platten zu zählen, lief im Zickzackmuster zu meinen Freundinnen. ´Alles in Ordnung?´ ich nickte nur. Hörte ihren Gesprächen zu und verfolgte seine Tante, mit meinen Blicken. Sie waren als Familie unterwegs, am gleichen Ort, am gleichen Platz zur gleichen Zeit. Ihr kleiner Sohn, den ich noch von etlichen sonntägigen Familientreffen als Baby kannte, spielte mit seinem Papa im Sand. Der kleine Mann war so groß geworden. Mein Gedanken waren überall nur nicht bei mir, z.B. über das Wachstum von Kindern, wie der Kleine überhaupt hieß. Aber die Frage, ob auch du hier bist,  beherrschte mich am allermeisten. Und während ich apathisch meinen Kaffee trank, sah ich, wie Sie wieder einmal, mit einer Kopfbewegung auf mich  zeigte. Sein Onkel sah in meine Richtung, es war so absolut filmreif, ich schaute weg. Nahm aber noch wahr, wie er wieder einmal nickte und irgendwas zu seiner Freundin sagte. Ich malte mir aus, wie sie zu dir gehen würden. Das Sätze fallen wie ´ Weißt du, wen wir heute gesehen haben? ´ ´ Weißt du wer jetzt neue Haare hat ? ´ Ich hätte auch so viele Fragen gehabt. Am liebsten wäre ich mutig gewesen. Ich hätte einfach nur in der Schlange stehen bleiben müssen, und nach den beiden " Hallo´s" gefragt, wie es allen in der Familie so geht. Vor allem dir. Am liebsten hätte ich sie umarmt, weil ich mich so mit dir irgendwie verbunden gefühlt hätte. Wenigstens ein  kleines bisschen. Ein Bisschen von allem. Aber ich bin nicht mutig. War ich noch nie. Ich bin einfach nur krank. Und kann nicht aufhören, dich zu vermissen. Scheiße. Ehrlich. 

23 liebe Kommentare ♥

» kathi | 1. Mai 2011 um 16:05

endlich mal wieder ein post :) ich liebe deine art und weise zu schreiben, sie macht mich jedes mal glücklich.

» Hauptstadtliebe | 1. Mai 2011 um 16:43

wahnsinnger post. toll.

liebe grüße ♥

» Hope | 1. Mai 2011 um 16:46

So traurig und druch deinen Schreibstil trotzdem wunderschön. Ich kenne das Gefühl nur zu gut- das Hin-und-Hergerissen-Sein zwischen FLucht und Annäherung, der Wunsch nach Neuigkeiten und Informationen, so schmerzhaft sie auch sein können.

» Aura | 1. Mai 2011 um 16:47

Wie immer findest du wunderbare Worte für ein furchtbares Gefühl, dass man sich einfach einfühlen muss. Freut mich richtig wieder an deinem Leben "teilhaben" zu können, zumindest durch das kleine Sichtfenster durch dass du uns Einblick gewährst.
Jedenfalls versteh ich deine Reaktion vollkommen. Schließlich hat man am Leben des anderen teilgenommen wenn es dann endet, dreht sich die Erde trotzdem weiter und dann kommt manchmal auch was wie ein Boomerang zurück und haut einen mächtig in die Fresse.
Mutig ist man nur selten in solchen Situationen. Allein, dass du dich bereits hier artikulierst ist doch einiges wert.

» Katharina | 1. Mai 2011 um 20:58

Wow, der Post war einfach zauberhabt.
Ich mag ihn so sehr.


liebste grüße
http://screamheralovesong.blogspot.com/

» N. | 2. Mai 2011 um 11:51

ich liebe es, wie du schreibst.. echt toller text!

» Alex | 2. Mai 2011 um 16:17

Danke :)
Du schreibst einfach wunderschön.. trotz der eher traurigen Posts, machst du sie durch deine Schreibweise einzigartig. Gerne wieder mehr neue Texte.

» becci | 2. Mai 2011 um 19:30

Bist du das auf dem Foto? Das ist nämlich unglaublich schön.
Und wehe du hörst irgendwann auf zu bloggen, ich liebe liebe liebe deine Texte. Und ich hoffe, dass sie irgendwann wieder voller Glück und erfüllter Liebe sein werden! Das kommt wieder, ich verspreche es dir.
Irgendwann kommt derjenige, der dich wieder lächeln lässt beim bloßen Gedanken an ihn. Bei mir hat es 5-6 Jahre gedauert bis ich endlich wieder so (!) fühlen konnte. Und die Zeit hat sich verdammt noch mal gelohnt, selbst wenn es nicht halten sollte. Aber wir wollen ja nicht schon wieder den Teufel an die Wand malen. Im Moment ist es besser als ich mir jemals hätte ausmalen können.

Fühl dich gedrückt!

Anonym | 3. Mai 2011 um 20:09

Ach mensch.. ich kann dich so verdammt gut verstehen. Gib nicht auf. Vorallem nicht DICH!
Lieben Gruß,
A.

» Ruth ❤ | 3. Mai 2011 um 21:34

finde deinen blog so damn toll & liebe deine texte
du schaffst das und überstehst alles, ich glaube an dich!!

» Angelina, | 3. Mai 2011 um 23:37

Liebe Tissi (Ich hoffe der Name ist richtig),

Ich habe deinen Blog an diesem einen Abend durchgelesen, deinen kompletten Blog. Eigentlich müsste ich schon längst im Bett sein, aber deine Gedanken, Gefühle und deine Geschichte im Allgemeinen haben mich zu sehr gefesselt. Ich brauchte das jetzt, das war genau das Richtige. Ich möchte mich in keinster Weise mit dir vergleichen, ich dürfte das gar nicht, denn das was du durchlebt hast, ist wohlmöglich bei weitem tausend Mal schlimmer als das meinige. Trotzdem habe ich mich in vielen deiner Posts wiedergefunden, wenn auch immer 1, 2 Stufen, wie soll ich sagen ‚weniger schlimmer‘. Denn mir jagt gerade auch so eine Liebesgeschichte nach, nachjagen ist vielleicht ein wenig zu untertrieben, sie zerfrisst mich. Ich kann es nicht genau beschreiben, was deine Worte mir gebracht haben, ob sie mich nur mehr bestätigten, in der Trauer vielleicht, oder ob sie mir einfach für einen kurzen Moment ein großes Stück Kraft gegeben haben, ich kann nur sagen, es hat sich irgendwie gut angefühlt. Und dafür möchte ich dir danken, dafür dass du uns mitfühlen lässt und damit unterbewusst unterstützt und Hilfe gibst, uns - den anderen mit-Herzgebrochenen.

Herzallerliebste Grüße, Angelina

» Julia | 4. Mai 2011 um 17:11

Ich liebe deinen Blog ! Endlich mal jemand, der offen über seine Gefühle spricht. Darf ich fragen, wie alt du bist ?


another fuckin’ lovestory

» Tomiii | 4. Mai 2011 um 18:43

Deine Worte sind so berührend.
Ich lese jedes davon.

Manchmal will ich deine Hand nehmen und dich zum Lachen bringen :)

TOM.

» Eva | 4. Mai 2011 um 19:13

Toller Post!

» Seraphine | 5. Mai 2011 um 15:09

dankeschön, und das, was du schreibst ist ebenso herzallerliebst!

» MonsterSternchen | 6. Mai 2011 um 12:02

schöne texte und fotos. mag deinen blog und bin auf mehr gespannt!
liebe grüße
das Monster(chen)

» Angelina, | 6. Mai 2011 um 21:47

Hey Tissi,
Es freut mich sehr, dass ich dich mit meinem Kommentar begeistern konnte und finde es toll, dass du dir so viel Zeit genommen hast, mir in dieser Form so ausführlich zu antworten. Ich habe in dieser schwierigen Phase auch mit dem bloggen angefangen, ich schreibe nicht vertieft über meine Gefühle diesbezüglich, sondern sehe diesen Blog als eine Art ‚Aufgabe‘, etwas über das Verbindungen zu der Freude am Leben geschaffen wird, welche ich im Moment nicht untergehen lassen möchte, aber ich auch meine Gefühle niederlegen kann. Schaue doch bei Gelegenheit einmal vorbei. (: http://luft-spruenge.blogspot.com/. Ja, dieses ‚zerfressen‘ der Liebe hat wörtlich alles aus meinem Körper gegessen, ich fühle mich so unglaublich leer und schwächelnd, immer noch, obwohl schon einige Zeit vergangen ist und ich mit den Thema abgeschlossen habe, zumindest soweit, dass ich alles so wie es ist akzeptiert habe. Aber die Erinnerungen bleiben, jeder kleinste Fussel der Erinnerungen hervorruft, die Trauer, dass Warum durften wir es nicht gemeinsam ausleben?, sondern mussten es beenden bevor es richtig angefangen hat und der Gedanke, diesen wundervollen Menschen auf tragische Weise verloren zu haben. Ich schließe mich dir an, es gibt sicherlich viele hier, die ähnliches erlebt haben, umso schöner finde ich es, dass wir hier so offen darüber reden können. Und du uns anderen Kraft geben kannst, durch deinen Blog und deine lieben Worte. Ja, Erfolge und Rückschläge kennzeichnen auch meinen Weg des entliebens, wobei ich am liebsten bei einem Erfolg auf ‚anhalten‘ drücken würde. (: Ich möchte mich ganz herzlich bei deinen lieben Wünschen bedanken, der Wunsch an’s Ziel zu kommen und Kraft zu schöpfen, das ist echt lieb von dir.

Ja, den ganzen Blog an einem Abend, es hat sich gelohnt. (: Die Müdigkeit hielt sich in Grenzen, mein Körper gewöhnt sich daran, an die Schlaflosigkeit welche im Moment sowieso nur aufkommt.
Genau, es war ein ICQ Eintrag den du vermerkt hattest, daher entnahm ich den Namen.

Ganz allerliebste Grüße zurück an dich,

Angelina

» missisippi | 21. Mai 2011 um 16:45

Du bist nicht krank!!!
Es ist doch ganz normal, dass dich alles was du mit ihm verbindest total durcheinander bringt..
Es ist nicht schön, das stimmt! Aber es is doch vollkommen ok! Und ich drück dir die Daumen, dass es dir immer leichter fallen wird♥
Und es freut mich wirklich zu lesen, dass du so tolle Zeiten mit deinen Freunden hast <3

» DieMelancholieDesEises | 21. Mai 2011 um 22:49

Wunderbarer Blog!

» lena | 23. Mai 2011 um 20:01

wow, schön wie du schreibst :o<3

http://lenawood.blogspot.com/

» lisa. | 24. Mai 2011 um 02:37

Wow. Bezaubernd.

 Lisa

» liz | 24. Mai 2011 um 13:42

» Isabelle | 24. Mai 2011 um 14:51

Ach C., wie habe ich es, während meiner geistigen Abwesenhei vermisst deine Worte zu lesen!
Ich hoffe dein Gemütszustand hat seit unserem letzten, ehr flüchtigen Kontakt nicht stagniert!
Ich habe mir aus Kummer und Sorge einen neuen Blog zugelegt...und das erinnerte mich dann doch ein wenig an dich
Vielleicht erinnerst du dich! I.

isincredibelle@blogspot.com

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