Und wenn man es richtig anstellt, ist ab und zu das Leben, das man rettet, das eigene.

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"Was wäre, wenn ich ihm schreibe?" 
"Wie, ihm  schreibst?Doch nicht etwa jetzt
Deine Augen malten Fragezeichen und nahmen die Form von Angst ein. Du hast innegehalten und dich besorgt neben mich gesetzt. 
"Na ja was wäre, wenn ich ihm einfach schreibe? Ich halte es ... Ich halte es irgendwie nicht mehr aus. Das ist alles zu viel." Und das tat ich wirklich. Ich weiß nicht, wann ich anfing mir über diese Tatsache Gedanken zu machen. Ich weiß nicht, wann mein Kopf aufgehört hatte zu kämpfen und stattdessen mein Herz auf dem Siegertreppchen stand. Aber am meisten wog ich mich in Angst, diese Gedanken, jemanden mit zu teilen. Das Gefühl der Sehnsucht, - die Sehnsucht nach dir. Oder eher das, was du für mich noch verkörpert hattest. Die Sehnsucht nach dem Klang deiner Stimme und diesem verschmitzten Lächeln auf deinen Lippen. Ich habe Sehnsucht nach deinen typischen Phrasen verspürt. Und wäre deinen Gedankengängen bis zum Horizont gefolgt, nur um deine Stimme noch einmal zu erhaschen, falls du doch etwas sagst. Weil die Sehnsucht mir dich wegnahm. Sie nahm und nahm und nahm. Und ich löste mich innerlich auf. Viel zu sehr um an mir selbst noch fest halten zu können. Ich konnte mich nicht wehren, weder gegen das Stechen in der Brust noch dem Wunsch, dich endlich wieder zu sehen. Was ich anfangs unsagbar unterdrückte, drohte, sich in noch nicht gezeichnete Wege zu verlieren. Ich selbst hatte noch nicht einmal angefangen, den Stift dafür zu suchen. Also saß ich mit stechenden Schmerzen in mir selbst und versuchte das zu ordnen, was du durcheinander gebracht hattest. 
Was wäre also gewesen, wenn ich meine Sehnsucht nach dir, angefangen hätte zu überwinden und zu suchen. Was wäre denn nur gewesen, wenn ich dir am Dienstag zu deinem 25. Geburtstag gratuliert hätte. Wenn meine Finger, sich mit nervöser Sorgsamkeit, Buchstabe für Buchstabe getippt- und sich somit einen Gang zu dir gegraben hätten?!  Mein Herz wäre stehen geblieben. Nur um den Moment nicht zu verpassen, in dem du mir vielleicht zurück schreibst. Und wenn du mir zurück geschrieben hättest, wäre ich wieder einmal feige gewesen. Feige zu mir selbst. Feige dir zu antworten. Feige dich nach billigen Smalltalk - Gesprächen und einer Flasche Wein, nach einem Treffen zu fragen. Und wenn nicht Feige das passende Synonym gewesen wäre, dann doch wenigstens die Angst. Die Angst, dass du mich abweist, dass du mich virtuell wegstoßen würdest. Dass du mich einfach ignorierst. Ich selbst habe mir Mauren der Angst aufgebaut, die mich vor großen Sprüngen bewahrten, weil der Fall schon eimal so weh tat. Und du mir nie gezeigt hattest, was es heißt zu Fliegen.
Aber was wäre, wenn all´diese Selbstzweifel, die tiefsitzende Unzufriedenheit, dieser Wunsch nach mehr. Mehr nach dir, der pulsierende Schmerz und die stillschweigende Angst... Was wäre,wenn ich diese Hürden wirklich überwunden hätte? Und ich dich vorgestern, an einem kalten Donnerstag, hautnah vor mir stehen sah? Nach anderthalb Jahren völliger Abstinenz. Weil ich es wollte?! Weil die Sehnsucht doch so unsagbar weh tat?! Weil die Sucht nach dem Sehen so groß war?


12 liebe Kommentare ♥

» Liz | 30. Juli 2011 um 03:13

Fühl dich gedrückt. ♥

» LISA ▲ | 30. Juli 2011 um 03:40

wow! wie krass!

liebe grüße ♥,
http://thisisrecklessshit.blogspot.com/

» claudie | 30. Juli 2011 um 09:02

War das Treffen ein Traum? Und wie ist es gelaufen, wie geht es dir jetzt?

» C | 30. Juli 2011 um 12:40

Gänsehaut und... Mitgefühl?
Deine Worte berühren mich immer wieder und lassen mich nachdenken. Im positiven Sinne. Dankeschön, dass wir das hier lesen dürfen (:

» narm | 31. Juli 2011 um 00:52

ich fühle mit dir. ich kann das nachempfinden, auch wenn eine andere geschichte hinter steckt. ich weiß, glaube ich, wie sich das anfühlt und ich danke dir für diese worte und wünsche dir alles liebe!

» Cam | 31. Juli 2011 um 12:14

Ich kenne das, hatte das auch. Diese Sehnsucht, immer diese Sehnsucht.

» nothing special | 1. August 2011 um 01:48

» Astrid | 1. August 2011 um 19:14

Sehnsucht kann schön sein,
leider kann Sehnsucht auch schrecklich sein :(

Liebe Grüße

» Mali°° | 1. August 2011 um 22:36

Ich mag dein Blog richtig gerne,die Texte sind sehr bewegend und die passenden Bilder ebenfalls toll!Respekt.Gleich erstmal verfolgen :)
Liebe Grüße
http://malinaclasen.blogspot.com/

» **** | 1. August 2011 um 23:13

ich liebe deinen blog!

» Niklas | 4. August 2011 um 13:55

Hey, must night neidisch seine, war night sooo cool :) War hauptsächlich in Köln um ne Freundinn zu treffen :)

» ilukava | 11. August 2011 um 13:55

Und wenn man es richtig anstellt, ist ab und zu das Leben, das man rettet, das eigene.

das tut gut

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